Guatemala


Viva con Agua in Guatemala

Viva con Agua unterstützt seit 2011 das Projekt „Gesunde Schulen“, eine Komponente des Wasser- und Siedlungshygiene-Projekts AJIN von Helvetas in Guatemala.

Ziel des Projekts "Escuelas saludables" ist die Gesundheitserziehung der Kinder. Indem bereits die Kinder für Hygiene und Gesundheit sensibilisiert werden, sollen auch in den Familien Verhaltensänderungen angeregt werden. Viva con Agua konnte sich im Frühling 2013 sowie im Frühling 2016 von der Arbeit von Helvetas Guatemala und den lokalen Partnerorganisationen überzeugen.

Hygiene: Aufklärung und Erziehung
Sauberes Trinkwasser und Siedlungshygiene stehen im Zentrum des Projektes AJIN im westlichen Hochland Guatemalas: Quellfassungen werden erstellt oder repariert, Leitungssysteme errichtet, sanitäre Anlagen gebaut und gefördert, die lokalen Behörden für die Planung und Verwaltung von Infrastrukturaufgaben geschult. Es sind Massnahmen, die das Risiko von Krankheiten und Epidemien reduzieren.

Doch in einer Umgebung, wo über den Zusammenhang zwischen Hygiene und Gesundheit wenig bis nichts bekannt ist, braucht es mehr als die Bereitstellung von Infrastruktur. Die Menschen müssen erkennen, dass Hygiene die Gesundheit schützt, die eigene wie auch die der Gemeinschaft. Hygieneerziehung an den Schulen ist deshalb wichtiger Bestandteil des Projektes AJIN. Eine gute Schule ist ein Ort der Bildung, wo die Schülerinnen und Schüler sich körperlich, emotional und sozial entwickeln können.

Mit dem ‚Nationalen Plan für Gesunde Schulen’ hat das Gesundheitsministerium ein wichtiges Ziel gesetzt: Es sollen starke, kreative, innovative Kinder gefördert werden, die das individuelle, familiäre und gesellschaftliche Wohlbefinden vor Augen haben und mit Gemeinsinn zur nachhaltigen Entwicklung der Menschen beitragen. Gemeinsam mit Familie, Lehrpersonen und der Gemeinschaft sollen sie einen gesunden Lebensstil entwickeln.

Zu einer „Gesunden Schule“ gehören aber nicht nur neue Inhalte, sondern auch neue, gleichwertige Formen der Schülerbeteiligung. Dank dem demokratisch gewählten Schülerrat lernen die Kinder sich an Diskussionen zu beteiligen, andere Meinungen zu respektieren und Verantwortung zu übernehmen. Hier haben sie die Möglichkeit, sich aktiv in die Angelegenheiten der Schule und der Gemeinschaft zu involvieren, Selbstachtung und Kreativität zu entwickeln. Zu den Aufgaben des Schülerrates gehört es auch, Gleichberechtigung, Solidarität und das demokratische Zusammenleben zu fördern.

Eine Gesellschaft am Rande
In der Hochebene Guatemalas leben die Menschen - die meisten von ihnen indigene Mayas - in extremer Armut. Nur ein Drittel der Haushalte verfügt über sauberes Trinkwasser, über Sanitäranlagen und Anschluss an die Strasseninfrastruktur. Wasserknappheit und das Unwissen über Hygiene und Prävention führen vor allem in den ländlichen Gemeinschaften zu Krankheiten. Die Kindersterblichkeit ist hoch.

Bei der Gesundheitsförderung hat die Volksschule eine strategische Bedeutung. Was die Schulkinder über Hygiene, Ernährung und gesunde Lebensführung lernen, bringen sie auch in ihre Familien ein. Diese Schülerinnen und Schüler haben die Kleinkinderzeit, die gefährlichste Lebensphase, zwar bereits hinter sich. Doch sie alle haben schon erlebt, dass in ihrer Familie, ihrem Weiler oder ihrem Dorf Kleinkinder starben. Die Schule ist der ideale Ort, den Kindern die Zusammenhänge zwischen mangelnder Hygiene und Kindersterblichkeit aufzuzeigen und sie zu lehren, wie sie sich und andere gegen Krankheiten im Zusammenhang mit Wasser und Hygiene schützen können. Darauf baut der Nationale Plan „Gesunde Schulen“ auf. Das Projekt AJIN trägt in enger Verbindung mit der Gesundheitsförderung der Gemeinden dazu bei, diesen Plan umzusetzen.

Das Projekt: „Gesunde Schulen“
Händewaschen, Vorsicht beim Trinkwasser, Sauberkeit bei der Behandlung von Nahrungsmitteln, ausgewogene Ernährung, Hygiene im Sanitärbereich, angemessene Behandlung von Abwässern und Abfall: Was in der Schweiz zur alltäglichen Erziehung und zum Allgemeinwissen gehört, ist in Guatemala alles andere als selbstverständlich. Wer Krankheiten im Zusammenhang mit Wasser undA bwasser bekämpfen will, kann sich deshalb nicht auf den Bau von Trinkbrunnen oder auf Ratschläge zum Händewaschen beschränken.

Deshalb setzt das Projekt AJIN auch in den Schulprojekten auf verschiedenen Ebenen an:

  • Sanierung der sanitären Infrastruktur für die Kinder (Latrinen, Waschbecken, Sickergruben, Abfallbeseitigung)
  • Förderung der persönlichen Hygiene sowie Gesundheiterziehung der Kinder
  • Aufklärungskampagnen, an denen sich nationale und lokale Verwaltungen ebenso wie NGOs beteiligen
  • Unterstützung der Hygiene mittels persönlicher Hygiene-Kits (Zahnbürsten, Zahnpasta, Seife, etc.)
  • Vorbereitung von Lehrerinnen und Lehrern, damit sie korrekte Wahlen in die Schülerräte gewährleisten können.

Perspektiven / Aussicht
Alle Beteiligten arbeiten daran:

  • das Projekt „Gesunde Schulen“ auf weitere Schulen in neuen Gemeinden auszuweiten
  • andere Gruppen, Behörden und Gemeinschaften für das Projekt zu begeistern und so die Basis zu verbreitern
  • Aufklärung und Hygiene-Erziehung zu verbessern, damit immer mehr Menschen den Zusammenhang zwischen den Umweltbedingungen und der Gesundheit erkennen
  • die Kapazität der lokalen Behörden zur Planung und Umsetzung von Wasserinfrastruktur zu stärken
  • die Erfahrungen mit partizipativen Prozessen auch über das Projekt „Gesunde Schulen“ hinaus fruchtbar zu machen.

Weil sich die Behörden ebenso aktiv am Projekt beteiligen wie die Bevölkerung, ist die Nachhaltigkeit gesichert. „Das Projekt AJIN unterstützt uns in der Hygiene- und Gesundheitsaufklärung für die Kinder“, sagt Yulissa Ochoa von der lokalen Organisation AXOPRODE in der Gemeinde Ixchiguán. „So können wir die Familien der Schulkinder daheim besuchen und in ihren Familien über Hygiene und Gesundheit sprechen.“

 

Aktuelles Projekt


Viva con Agua in Guatemala

19.04.2016: Mit der diesjährigen Spendenlaufaktion  Run 4 WASH unterstützt Viva con Agua Schweiz erneut zusammen mit Schülerinnen und Schülern, Vereinen, Firmen und Bands die „Gesunden Schulen“ in Guatemala. Unser gemeinsames Ziel ist es, rund 800 Kindern und deren Familien den Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Anlagen und Hygienemassnahmen zu ermöglichen. (mehr…)