Wasserprojekte


ALLE für WASSER - WASSER für ALLE

Darum setzt sich Viva con Agua für WASSER für ALLE ein.

Sich mit dem Thema Wasser zu beschäftigen in einem Land wie der Schweiz, dem ?Wasserschloss Europas?, in dem Wasser in Hülle und Fülle grossen Mengen zur Verfügung steht, ist auf Anhieb nicht unbedingt einsichtig. Schaut man globaler auf das Wasser und die weltweite Verfügbarkeit, wird die Relevanz des Themas verständlich. Diese globalen Zusammenhänge und die Zuspitzung der globalen Wasserknappheit zur Wasserkrise gehen auch uns etwas an. Wir sind überzeugt, dass wir mit unserer Arbeit, ohne den moralischen Zeigefinger zu heben, mit spassvollen und kreativen Aktionen bei Menschen in der Schweiz das Bewusstsein für die Thematik schärfen und dabei immer vermitteln: Jeder kann etwas tun für sauberes Trinkwasser! WASSER für ALLE ? ALLE für WASSER!

Von 7 Milliarden Menschen, die heute auf der Erde leben, haben 748 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und fast dreimal so viele, 2.6 Milliarden Menschen leben ohne sanitäre Einrichtungen. Fehlender Zugang sowie verschmutztes Wasser sind Ursachen für Armut, Hunger und Krankheiten, die vor allem auch kleine Kinder in Entwicklungsländern mit aller Härte treffen.
 

Wasser ist eine entscheidende Ressource für das Leben und für Entwicklung. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist daher eines der Milleniums-Entwicklungsziele, die von den Vereinten Nationen im Jahr 2000 verabschiedet worden sind. Darin wird festgelegt, dass der Anteil der Weltbevölkerung, der keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hat, bis 2015 halbiert werden soll. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es noch weitere Anstrengungen.

Dass die UNO im Jahr 2010 Wasser als ein Menschenrecht anerkannt hat, stimmt hoffnungsvoll. Der Kampf gegen die Wasserarmut ist aber erst gewonnen, wenn keinem Mensch auf dieser Erde diese lebenswichtige Ressource mehr vorenthalten ist.

Mit unserem Energieverbrauch und Lebensstil haben auch wir im Norden Einfluss auf die langfristige Versorgung der Menschheit mit Wasser. Dann nämlich, wenn wir mit unseren Einfuhren beträchtliche Wassermengen aus anderen Ländern als ?virtuelles? oder ?verstecktes? Wasser importieren und dadurch den exportierenden Ländern die Wasservorräte mindern. Die Kleiderherstellung und Nahrungsmittelproduktion sind zwei konkrete Bespiele dafür. Grosse Mengen von Wasser werden an den Produktionsstandorten verbraucht. Europa importiert nicht nur die Ware selbst, sondern auch das für die Herstellung benötigte ?virtuelle? Wasser.

Viva con Agua unterstützt Helvetas als erfahrene Entwicklungsorganisation, die sich seit mehr als vier Jahrzehnten engagiert im Bereich Trinkwasserversorgung und Siedlungshygiene, d.h. im Bau von sanitären Einrichtungen und im Abwassermanagement.

Darüber hinaus unterhält Helvetas seit Langem auch Projekte zur Förderung angepasster Bewässerungstechniken und einer wasserschonenden, ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft.

Neben den technischen Aspekten der Projektarbeit, bei denen es darum geht, die jeweils beste, sparsamste und einfachste Methode für eine Trinkwasserversorgung, ein Latrinensystem oder eine Bewässerungsanlage zu finden, legt Helvetas besonderen Wert darauf, dass die Projekte in kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht den lokalen Begebenheiten Rechnung tragen. Es ist wesentlich, dass das soziale, wirtschaftliche, politische und ökologische Umfeld, in dem ein Wasserprojekt geplant und durchgeführt wird, möglichst genau bekannt ist.

Viva con Agua ist es sehr wichtig, dass die Menschen im Projektgebiet oder z.B. auch lokale Geschäfte in den Projektablauf miteinbezogen werden. Bei ihren Projekten für Siedlungshygiene bemüht sich Helvetas, das Kleingewerbe, die Handwerker für den Latrinenbau oder der Handel mit Sanitärartikeln, zusammenzubringen und funktionierende Märkte zu fördern. Gleichzeitig zeigt Helvetas, wie einfache Massnahmen helfen können. Händewaschen zum Beispiel. Wo die Menschen ihre Hände regelmässig waschen, halbiert sich die Zahl der Infektionen! Helvetas setzt deshalb auf Aufklärungskampagnen, die der Bevölkerung in einigen der ärmsten Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas die Zusammenhänge zwischen Hygiene und Gesundheit erklären.