Wasserprojekte


Namaste Nepal - ein Projektreisetagebuch

22.01.2015: Ein Tagebuch über eine unvergessliche Reise ins Projektgebiet im Westen von Nepal. Während fünf Tagen hat sich die Reisegruppe mit der Arbeit von Helvetas Nepal vor Ort auseinander gesetzt.

 

Die VcA-Reisecrew

Die VcA-Reisecrew

31. Oktober 2014, Zürich Flughafen – Istanbul - Kathmandu:
Sieben VcA-Supporter*innen treffen sich bereits am frühen Morgen um gemeinsam auf eine ganz besondere Reise zu gehen. Nach einem herzlichen Hallo wird schnell das viele Gepäck der Luzerner auf alle Koffer und Rucksäcke verteilt – eine gute Videoausrüstung benötigt viel Platz. Die anderen Reisenden am Flughafen würden wohl kaum glauben, dass sich diese Reisegruppe in dieser Konstellation heute erst zum zweiten Mal trifft. Viva con Agua verbindet, das haben die sieben bereits eine Woche zuvor beim Briefing im Büro von Helvetas, der Partnerorganisation von VcA, feststellen dürfen. Doch wer sind diese sieben, die für VcA auf grosse Reise gehen?

 
  • Johanna Klar, 21 Jahre alt, wohnhaft in Zürich und kümmert sich dort um das Netzwerk und die Teamentwicklung von VcA Zürich.

  • Frederic Thiele, ebenfalls 21 Jahre alt und Medizinstudent alias Reisearzt aus Zürich. Er ist Ansprechperson Aktionen und kümmert sich um die Lagerverwaltung.

  • Severin Müller, 24 Jahre alt und seines Zeichens Ansprechpartner Finanzen in Luzern und unermüdlicher Becherjäger.

  • Melanie Haas, 26 Jahre alt und ebenfalls aus Luzern. Sie ist aktiv in der Zelle Luzern und unterstützt Viva con Agua Schweiz seit Jahren mit ihrem grafischen Können und wird die Reise nach Nepal mit tollen Bildern festhalten.

  • Christian Felber (MIGN) hat schon viele Videos für VcA gedreht und  in Nepal die Projektreise mit seiner Kamera dokumentiert. Den wunderbaren Projekteisefilm gibt es hier zu sehen. Der 27-jährige ist Büronachbar von VcA Schweiz im Neubad in Luzern.

  • Désirée Wismer, die 25-jährige Joiz-Redaktorin, hat VcA bereits auf Becherjagd begleitet. Sie lebt in Zürich und wird einen Blog über unsere Reise auf joiz.ch veröffentlichen.

  • Daniela Brunner, 26 Jahre alt und aus Luzern, vertritt das Brunnenbüro von VcA Schweiz auf der Reise. Sie ist für die Koordination der Projekte mit Helvetas zuständig und hat ein Auge auf die Finanzen des Vereins.

 

Nach einem Zwischenhalt in Istanbul landen wir am Samstag Vormittag (Ortszeit) in Kathmandu, Nepal. Mit zwei Taxis geht es weiter nach Patan, der zweitgrössten Stadt Nepals, die nur durch den Fluss Bagmati von Kathmandu getrennt wird. Über die staubige Hauptstrasse, weiter durch kleine, enge Gassen gelangen wir immer weiter hinein in die Stadt und halten direkt vor dem Patan Durbar Square, dem Königsplatz mit wunderschönen Tempelanlagen. Unser kleines aber feines Guesthouse liegt direkt am Durbar Square und unsere Dachterrasse bietet uns an den ersten zwei Abenden das perfekte Ambiente, um sich in langen Gesprächen über die Erwartungen an die Reise zu verlieren.

Patan Durbar Square

Patan Durbar Square

03. November 2014, Büro Helvetas Nepal, Lalitpur (Patan):
Das Büro von Helvetas Nepal liegt zu Fuss nur eine Viertelstunde von unserem Guesthouse entfernt und so starten wir das Abendteuer Projektreise mit einem Spaziergang. Beim Büro angekommen nehmen uns Bharat Pokharel, Country Director, Niraj Acharya, Program Officer Water and Infrastructure, Jürg Merz, International Advisor und Franz Gähwiler, Programme Coordinator Himalaya in Empfang. Franz hatten wir bereits die Woche davor beim Briefing kennen gelernt. Er hat vier Jahre lang in Nepal gelebt und ist nun Programmkoordinator für das Himalaya-Gebiet bei Helvetas in Zürich. Die Planung der Landesstrategie von Helvetas Nepal 2016 – 2020 mit Bharat steht an und deshalb ist auch Franz gerade im Land.

Bharat erzählt uns zusammen mit seinen Mitarbeitern von der Arbeit von Helvetas in Nepal. Neben den verschiedenen Projektprogrammen und den Tätigkeitsfeldern von Helvetas, erfahren wir auch interessante Informationen zur Geschichte, zum politischen Status und zu den Herausforderungen des Landes.

Am selben Nachmittag machen wir uns dann auf den Weg in Richtung Projektgebiet. Mit einem nicht gerade grossen Flugzeug fliegen wir bei Sonnenuntergang dem Himalaya entlang in den Westen des Landes. Nach dem traumhaften Flug landen wir sicher in Nepalgunj, direkt an der Grenze zu Indien. Wir werden bereits von unseren Fahrern für die nächsten Tage von Helvetas in Empfang genommen und weiter geht die Reise: drei Stunden mit Jeeps durch die Nacht über eine unglaubliche Hügellandschaft nach Birendranagar, Distrikthauptstadt von Surkhet. Hier verbringen wir unsere letzte Nacht mit weichem Bett und Strom für die nächsten drei Tage.

04. November 2014, Büro Helvetas WARM-Programm, Birendranagar - Seri:
Wir geniessen noch die letzte Dusche mit ausreichend Wasser und werden schon früh abgeholt und fahren zum Büro des WARM-Programm (Water Resources Management Program) von Helvetas. Dort werden wir von Madan Raj Bhatta, dem Leiter von WARM-P und seinem Team empfangen. Nach einem leckeren Nepali-Tee auf der Dachterrasse gibt uns Madan anhand einer ausführlichen Präsentation einen Einblick in die verschiedenen Komponenten der Projektarbeit von WARM-P. Präsentation herunterladen
WARM-P verfolgt grundsätzlich zwei Ziele:

• Benachteiligte Dorfgemeinschaften in abgelegenen Regionen imWesten Nepals verbessern ihren Zugang zu Trinkwasser und hygienischen Bedingungen.

• Die Kompetenzen der lokalen Dienstleistungsanbieter und Behörden werden gestärkt, damit diese nachhaltig und nachfrageorientiert die Wasserressourcen bewirtschaften können.

Natürlich interessiert es die Mitarbeiter*innen von Helvetas Nepal auch, wer wir sind und was Viva con Agua in der Schweiz macht. Wir erzählen von unseren Aktivitäten und dem grossen ehrenamtlichen Netzwerk, welches dies alles möglich macht.

Beim Mittagessen erwartet uns eine Premiere: Dal Bhat – das typisch nepalische Alltagsgericht mit Reis und Linsen. Dieses wird von den Nepalis mit den Händen gegessen, was wir natürlich nun auch probieren. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und einer genauen Analyse von Madan’s Technik, schaffen wir es dann tatsächlich das Essen in unsere Münder zu bugsieren. Dies war sozusagen der Testlauf, denn die nächsten Tage werden wir uns vor allem von Dal Bhat ernähren.

 

WARM-P Team mit Mohan und Madan

WARM-P Team mit Mohan und Madan

Nach dem gemeinsamen Essen geht es los in Richtung erstes Projektdorf. Mohan Raj Bhatta, technischer Mitarbeiter bei WARM-P, wird uns auf unserer Reise in die Dörfer begleiten und die Kommunikation mit den Dorfbevölkerungen ermöglichen. Wir fahren ca.. 1,5h durch eine gewaltige Hügellandschaft, auf Strassen bzw. Schotterpisten, die uns das fürchten lehren. Unsere beiden erfahrenen Fahrer wissen aber genau, wie diese Strassen zu befahren sind und die Angst vergeht mit der Zeit und wir geniessen weiter das unglaubliche Panorama. Wir halten am Strassenrand bei einer Tafel und Mohan erklärt uns, dass solche Tafeln in allen Gemeinden erstellt werden, in denen WASH-Projekte umgesetzt werden. Auf ihnen sind alle Wasserquellen und Anlagen innerhalb des Dorfes ersichtlich. Hier empfängt uns Damber Shahi, Mitglied des Wasserkomitees und ausgebildeter Regenwassertank-Wart aus Seri im Distrikt Dailekh.

 

Mit ihm zusammen gehen wir zum Haus der Familie Khatri. Davor Haus stehen ein grosser, weisser Regenwassertank und eine Latrine. Die Projektumsetzung ist in diesem Dorf bereits abgeschlossen und wir können mit der Familie und Mitgliedern des Wasserkomitees über die Veränderungen nach der Umsetzung sprechen. Sie erzählen uns, dass sie vor dem Bau des Regenwassertanks 20 – 60 Minuten gebraucht haben, um Wasser zu holen und sie zeigen uns eine kleine Quelle in der Nähe des Dorfes, welche sie heute noch benutzen, um das Wasser im Tank für die Trockenzeit sparen zu können. Denn in der Trockenzeit fliesst aus dieser nahen Quelle kein Wasser. Zusammen mit der Quelle und dem Regenwassertank können sie sicherstellen, dass sie das ganze Jahr über genügend Wasser zur Verfügung haben. Familie Khatri ist sehr gastfreundlich und lädt uns zu einem Tee ein bevor wir weiter ziehen.

Über eine noch holprigere Strasse geht es den Hügel entlang weiter und uns wird erst da bewusst, wie gross dieses Dorf eigentlich ist. Wir kommen an einer Art von Dorfplatz an und sehen uns da noch weitere Tanks und Latrinen an, bevor wir zu der Familie Punmagar aufbrechen. Im oberen Stock ihres Hauses dürfen wir unsere erste Nacht verbringen. Aber natürlich erst nach einer riesigen Portion Dal Bhat.

05. November 2014, Seri - Bayala:
Am nächsten Morgen bei etwas mehr Tageslicht unterhalten wir uns mit der Familie über die positiven Veränderungen, welche sie durch den Regenwassertank in ihrem Alltag erleben. Damber ist auch wieder mit dabei und er beantwortet uns viele Fragen zum Bau und Unterhalt des Tanks. Damber wurde von den lokalen Partnerorganisationen von Helvetas im Distrikt Dailekh (SAC und SOSEC) für den Bau und den Unterhalt der Tankanlagen in einem 15-tägigen Training geschult. Mit diesem Wissen hat er die einzelnen Haushalte im Dorf beim Bau unterstützt und ihnen gezeigt, wie die Tanks gewartet werden müssen. Er zeigt uns auch, wie das Wasser abgeleitet werden kann um zu verhindern, dass Schmutz in den Tank eindringt.

 

 

Familie Punmagar und Regenwassertank-Wart Damber Shahi

Familie Punmagar und Regenwassertank-Wart Damber Shahi

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg in den Distrikt Achham. Der Weg führt über Strassen, die durch Erdrutsche stark lädiert sind. Der Monsun wütet jeweils von Juni bis September und führt jedes Jahr zu gefährlichen Erdrutschen und zerstört die Strassen.
Nach ca. 5 Stunden Fahrt überqueren wir mit der sehr abenteuerlichen Fähre den Fluss Karnali, der die Distrikte Dailekh und Achham voneinander trennt und erreichen kurz danach das Dorf Bayala (Gadikhola). Im Vorfeld der Reise wurde uns mitgeteilt, dass dieses Dorf mit den Spendengeldern von Viva con Agua finanziert wird und wir sind daher natürlich sehr gespannt, was wir bereits alles zu sehen bekommen werden. Nachdem wir bereits am Fluss von den Kindern erwartet und ins Dorf begleitet wurden, werden wir auch von einigen Mitgliedern des Wasserkomitees, des Gemeinderates und einigen Familien herzlich empfangen. In Nepal ist es Tradition, Gäste mit einem Tikka und einer Blumenkette zu begrüssen und so erhalten auch wir einen roten Strich auf der Stirn, der uns Glück bringen soll.

 

Im Gespräch mit den Dorfbewohnern und Mitgliedern des Wasserkomitees erfahren wir, dass sie bislang das Wasser aus dem Fluss nutzen. Aus dem Fluss, bei dem wir gerade beobachten durften, wie ein LKW im Wasser geputzt wurde und Kühe daraus tranken. So erzählt uns eine Dorfbewohnerin auch, dass sie gerade während der Monsunzeit vermehrt krank werden, da dass Wasser stark verschmutzt ist und auch immer wieder tote Tiere das Wasser verseuchen.

 

VcA-Dorf Bayala

VcA-Dorf Bayala

Die Spenden von VcA fliessen hier in eine Schwerkraftversorgung mit Quellwasser, welche sich gerade noch im Bau befindet. Es werden insgesamt zwei Reservoirtanks und 15 öffentliche Zapfstellen errichtet, verbunden mit 4km langen Leitungen.
Gemäss dem Wasserkomitee wollen sie noch bis Ende 2014 fertig sein mit dem Bau. Dies geschieht unter dem Support der lokalen Partnerorganisation von Helvetas, der RUDEC. Einen Grossteil der Arbeit haben die Dorfbewohner jedoch selber übernommen. Bei einer Besichtigung des fast fertigen Reservoirtanks können wir auch bereits überall die Leitungsschächte sehen, in welche die Leitungen verlegt werden und die zu den Zapfstellen führen. Am Reservoirtank kann in Zukunft auch die Verteilung des Wassers geregelt werden, so dass für die Trockenzeit genug Wasser im Tank verbleibt.

 

Wir erfahren vom Wasserkomitee wie sie sich organisiert haben und wie der Bau dieser Anlagen gemeinsam in Angriff genommen wurde. Wir erhalten auch einen Einblick in den Projektplan des Dorfes. Zwei Bücher in denen jeder Schritt eingeplant ist und auch das Budget und die Kosten verwaltet werden.

Genau wie in Seri stehen auch in Bayala vor jedem Haus Latrinen. Eine Dorfbewohnerin erzählt uns, dass diese bisher jedoch noch nicht von allen Dorfbewohnern genutzt werden. Die momentane Nutzung der Toiletten bedeutet, dass noch mehr Wasser aus dem Fluss ins Dorf getragen werden muss. Dieser Mehraufwand hindert ca. 40% der Bevölkerung die Latrinen zu nutzen. Die Community erhofft sich nun, dass sich mit den Wasserzapfstellen auch die Nutzung der Latrinen steigert und das Dorf bald eine ODF-Zone wird (open defacation free). Davon erhoffen sie sich mehr Sauberkeit und Hygiene im Dorf. Wir unterhalten uns noch eine Weile mit den Familien über die Erwartungen für den Alltag und dürfen später auch wieder die wunderbare Gastfreundschaft geniessen.

06. November 2014, Bayala – Nepa – Birendranagar:
Nach einem traditionellem Frühstück in einer Hütte am Fluss geht es mit der Fähre zurück in den Distrikt Dailekh. Nach 2h Fahrt halten wir an einem kleinen Weiler am Strassenrand und machen uns auf den Weg hinauf zum Dorf Nepa. Innerhalb von kürzester Zeit legen wir über die Plantagen einige Höhenmeter zurück. Es ist für uns sehr wichtig, dass wir auf dieser Reise auch einmal einen solchen Aufstieg machen, der für die Bewohner alltäglich ist. Das Dorf überrascht bereits auf den 1. Blick mit seiner Sauberkeit. In Nepa wurde die Schwerkraftversorgung bereits vor 2 Jahren implementiert. Zudem wird hier das Multiple-Use-System angewendet, bei dem das Überlaufwasser der Zapfstellen für die Landwirtschaft verwendet wird.
Neben WARM-P ist das Dorf auch Teil des Sustainable Soil Management Programm (SSM-P) von Helvetas und hat sich von künstlichen Düngemitteln verabschiedet und setzt auf biologische Landwirtschaft. Die grossen Anbauflächen zeugen vom Erfolg der Verbindung dieser zwei Projekte.

Auch in diesem Dorf können wir uns mit den Mitgliedern des Wasserkomitees unterhalten. Eine junge Frau, die auch für die Wartung einer Zapfstelle im Dorf zuständig ist, erzählt von den Entwicklungen im Dorf: Seit der Implementierung der Wasserversorgung werden alle Latrinen benutzt und es gibt keine open defacation mehr. Im Allgemeinen sei der Bevölkerung der Zusammenhang zwischen Hygiene und Gesundheit nun sehr bewusst. Man achte darauf, dass das Dorf sauber sei und auch die persönliche Hygiene habe sich stark verbessert. Uns fällt auch auf, dass bei den meisten Häusern Waschstationen mit Seife und Becken eingerichtet wurden.

Dieses Bewusstsein für Hygiene und Gesundheit hat in der Community weiteren Anlass für Veränderung ermöglicht. Das Ritual des Chaupadi (= Verstossen der Frauen während der Menstruation in Kuhställe oder in den Wald, weil sie als unrein gelten), welches viele gesundheitliche Risiken für die Frauen mitbringt, wird aufgrund der vorhandenen Latrinen und der Hygieneschulungen langsam aber sicher aus der Dorfgemeinschaft verbannt und nicht mehr praktiziert. Die junge Frau zeigt uns später noch eine alte Chaupadi-Hütte. Einmal mehr wurde uns allen bewusst, welche Zusammenhänge zwischen dem Zugang zu Wasser und Sanitärversorgung und dem gesellschaftlichen Alltag bestehen.

Vor der Besichtigung der landwirtschaftlichen Fläche zeigen uns zwei Frauen auch noch wie sie die Zapfstelle warten und reinigen und was ihre Aufgaben als Zapfstellen-Wartinnen sind. Nepa war für die gesamte Reisegruppe ein sehr eindrückliches Dorf, weil es zeigt, welche weiteren Entwicklungen nach dem Zugang zu Wasser- und Sanitärversorgung möglich ist. Nach einer weiteren Portion Dal Bhat geht die Reise weiter.

Wir machen halt in einer Siedlung, welche vom Staat für die Personengruppen gebaut wurde, die aus kulturellen Gründen kein eigenes Land besitzen. Helvetas Nepal hat in dieser Siedlung die Trinkwasser- und Sanitärversorgung erstellt. Leider können wir hier nicht lange halt machen, da es bereits später Nachmittag geworden ist. Aber der Stolz in den Augen der Menschen, als sie uns ihre Häuser und Zapfstellen gezeigt haben, werden wir so schnell nicht vergessen.
Auf dem Weg zurück nach Birendranagar machen wir noch einmal halt im ersten Dorf, Seri. Dort wird uns ein weiteres Programm von Helvetas vorgestellt, das LINK. Dieses Programm ermöglicht die Vernetzung der Bauern mit den lokalen und regionalen Märkten und gibt so die Möglichkeit, das Einkommen der Bauern zu vergrössern.

 

Austausch mit den Dorfbewohnern von Nepa

Austausch mit den Dorfbewohnern von Nepa

07. November 2014, Büro Helvetas WARM-Programm Birendranagar - Kathmandu:
Wir treffen uns wieder im Büro vom WARM-P Team um mit Mohan und Madan die Eindrücke der Reise zu besprechen und offene Fragen zu klären. Dabei interessiert uns vor allem, wie die Dörfer auf die Projekte aufmerksam werden und was nötig ist, um ein Projekt zusammen mit der Bevölkerung und der lokalen Partnerorganisationen umsetzen zu können. Denn wir haben in der Woche auch erfahren, dass die Dörfer jeweils einen Antrag an Helvetas zur Unterstützung in der Projektumsetzung einreichen müssen. Der Wunsch nach Veränderung muss also von den Dörfern geäussert werden.
Nach der Geschenkübergabe – VcA Shirts und Mützen für Helvetas und ein traditionelles Trinkgefäss und die nepalesische Karte auf Holz für uns – heisst es Abschied nehmen. Und noch einmal dürfen wir diesen atemberaubenden Flug entlang des Himalayas in Richtung Kathmandu geniessen.

 

08. November 2014, Büro Helvetas Nepal, Lalitpur (Patan):
Bei diesem letzten Treffen mit Helvetas in Nepal haben wir die Möglichkeit mit Franz Gähwiler und Mona Sherpa noch vertiefter über die Arbeit von Helvetas zu sprechen und die Erfahrungen und Eindrücke dieser Woche mit ihnen zu teilen. Wir sprechen darüber, wie es Helvetas schafft, die Kulturen des Landes zu verstehen und in deren Einklang Veränderungen möglich zu machen. Wir erfahren in diesem Gespräch auch noch mehr über die Herausforderungen, denen sich Nepal stellen muss und welche Entwicklungen sichtbar sind. Dabei sprechen wir vor allem über die Arbeitsmigration und die Folgen für die Gesellschaft und über die Rolle der Frauen.

09. November 2014, Kathmandu:
Heute treffen wir auf die Reisegruppe von Viva con Agua St. Pauli, die ein Projekt von ihrer Partnerorganisation Welthungerhilfe in Chitwan besucht hat. Nach einer enthusiastischen Begrüssung – ein solches Treffen fernab von Deutschland und der Schweiz hat in der VcA-Geschichte noch nicht statt gefunden – berichten wir uns gegenseitig von den Erlebnissen und Eindrücken der Reisen. Danach folgt ein Austausch über die Projektarbeit, die gelernten Lektionen und die Stärken und Schwächen der Reisen.

Wir bleiben noch einige Tage in Patan, welche leider wie im Flug vergehen und machen uns dann voll bepackt mit Film- und Fotomaterial und unvergesslichen Erinnerungen auf den Weg zurück in die Schweiz.