Viva con Agua in Nepal

Im Jahr 2016 möchte Viva con Agua Schweiz im  Schwerpunktland Nepal rund 4'000 Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie die hygienischen Bedingungen verbessern. Wiederum werden dabei nicht nur einzelne Dörfer sondern ganze Distrikte im Westen Nepals unterstützt.

 

Daten zum aktuellen Projekt:

Ziel:                                    

Verbesserung des Zugangs zu Trinkwasser un der hygienischen Bedingungen             

Region:

Hügeldistrikte Achham und Dailekh im Westen Nepals

Beitrag:

CHF 80'000

Begünstigte:

4'000 Menschen

Partner:

Helvetas Swiss Intercooperation Nepal

Start:

Sommer 2016

 

Im November 2014 hat eine Reisegruppe von Viva con Agua das Projekt in Nepal erstmals besucht, um sich vor Ort über die Projektarbeit von HELVETAS Swiss Intercooperation und der lokalen Partnerorganisationen zu informieren. Den Projektreisebericht gibt es hier zu lesen.

Da im April und Mai 2015 Nepal von schweren Erdbeben getroffen wurde, ist die Situation vor Ort immer noch schwierig. Die Projektgebiete, die von Viva con Agua unterstützt werden, sind  nicht betroffen und voraussichtlich können die weiteren Massnahmen wie geplant umgesetzt werden. Dennoch kann es in den Projekten zu Verzögerungen kommen.

Aktuelle Informationen zur Situation in Nepal veröffentlicht Helvetas hier.

 

 

Projektinhalte WARM


Das Projekt WARM unterstützt die lokalen Behörden darin, die verfügbaren Wasserressourcen in ihren Gemeinschaften sozial gerecht zu verteilen, ökonomisch effizient zu bewirtschaften und optimal zu nutzen. Dabei enthält das Projekt folgende Komponenten:

1. Integriertes Wasserressourcen-Management: Partizipative Planung und Umsetzung
In einem ersten Schritt werden die Dorfgemeinschaften und lokalen Behörden dabei unterstützt, partizipativ einen Wassernutzungs-Gesamtplan (Water Use Master Plan) zu erarbeiten.
Ein solcher Gesamtplan umfasst:

  • Inventar aller vorhandenen Wasserressourcen (Quellen, Bäche, Flüsse, Seen, Grundwasser) mit Wassernutzungsrechten und allfälligen Interessenskonflikten

  • Inventar der bestehenden Wassernutzung sowie der Wasserqualität

  • Inventar der bestehenden Wasserinfrastruktur

  • Sozioökonomische Informationen: Welche Gruppe hat welchen Zugang zu Wasser und welche Nutzungsrechte? Welches sind die dringendsten Bedürfnisse? 

Das Projekt unterstützt die Gemeinschaften anschliessend bei der Priorisierung, Planung und Umsetzung von konkreten Wassernutzungs- und Siedlungshygieneprojekten auf Basis des gemeinsam erarbeiteten Wassernutzungsplans. Unterstützung erhalten sie z.B. durch Beratung, Vermittlung von Partnerfirmen oder -organisationen und durch spezifische Konstruktionsmaterialien und -technologien.

Die Gemeindebehörden werden auch bei der Entwicklung von Partnerschaften unterstützt, um weitere Projekte umzusetzen. Ebenso erhalten sie Unterstützung darin, einen kommunalen Fonds für Wasser- und Siedlungshygieneprojekte zu verwalten, zu vermehren und lokale Körperschaften zu finden, welche die Projekte mitfinanzieren.

2. Kompetenzstärkung und Weiterbildung der Dorfgemeinschaften, Gemeindebehörden und Dienstleistungsanbieter
Die lokalen Behörden und Gemeinschaften sind aktiv in Planung und Umsetzung von Wassernutzungsplänen involviert. Die Kompetenzen der Dienstleistungsanbieter, Organisationen und Gemeindebehörden werden durch Schulungen und Kurse gestärkt, damit sie selbstständig nachhaltige und nachfrageorientierte Mechanismen unterhalten und ausbauen können. Private Dienstleistungsanbieter (z.B. Latrinenbauer, Maurer) werden aus- und weitergebildet und mit Aufträgen für Wasser- und Siedlungshygieneprojekte betraut.

3. Sensibilisierung und Aufklärungsarbeit in den Dorfgemeinschaften
An Informationsanlässen wird über Themen wie Siedlungshygiene, Hygiene in Haushalt und Küche, Wasserqualität, Umgang mit Wasserressourcen usw. informiert. Auch finden Anlässe zur Aufklärung über HIV/Aids statt. Die Themen werden über verschiedene Kanäle angesprochen: über Informationsveranstaltungen, Hausbesuche, Schulbesuche, Wettbewerbe in Schulen und die Teilnahme an der nationalen Siedlungshygienewoche.

4. Konkrete Trinkwasser- und Siedlungshygieneprojekte
Je nach Bedarf der Gemeinschaft werden Kleinprojekte aus folgenden Bereichen realisiert:

 

5. Innovationen für ein umfassendes Wasser-Management
Das Projekt entwickelt sich stets weiter, um durch Innovationen möglichst umfassend die Trinkwasser- und Hygienebedingungen der Menschen zu verbessern.

 

 

Begünstigter Personenkreis
Die Projektaktivitäten von WARM konzentrieren sich derzeit auf die Hügeldistrikte Achham, Dailekh Jajarkot, Kailali und Kalikot im Westen Nepals.
Das Projekt versteht sich als Plattform für verschiedene Zielgruppen auf Gemeindeebene: Neben den offiziellen Strukturen wie den Gemeindebehörden werden insbesondere benachteiligte Kleinbauern, Landlose, sozial Ausgegrenzte (Unberührbare) und Frauen aktiv in die Planung und Umsetzung der Projektaktivitäten einbezogen. Die Begünstigten sind selber die wichtigsten Akteure, indem sie in die Planung und Umsetzung der Wasser- und Siedlungshygieneprojekte eingebunden sind.

Bisherige und erwartete Resultate
Seit Projektbeginn 2001 wurden über 380 Anlagen für sauberes Trinkwasser und eine verbesserte Siedlungshygiene mit über 100 Gemeindebehörden in 9 Distrikten umgesetzt. Dabei erhielten rund 130’000 Menschen in über 20’000 Haushalten bessere sanitäre Einrichtungen und eine bessere Trinkwasserversorgung. Auch wurden im Rahmen des Projekts seither über 4‘500 lokale Dienstleister geschult und ausgebildet.

Derzeit liegt der Fokus (neben der Erstellung von Wassernutzungsplänen und der Umsetzung von Trinkwasser- und Siedlungshygieneprojekten) auf der Stärkung der Lokalbehörden, der lokalen Organisationen und von individuellen Dienstleistungsanbietern sowie auf der Aufklärungsarbeit in den Gemeinschaften. Zudem sollen Follow up-Studien über in der Vergangenheit erstellten Wassernutzungspläne Verbesserungen des Wassernutzungs-Konzepts ermöglichen.

Massnahmen zur Nachhaltigkeit und Ausstrahlung des Projektes

Das Projekt steht im Einklang mit Nepals Regierungsstrategie zur Armutsbekämpfung, welche in Zusammenarbeit mit der Weltbank ausgearbeitet wurde und auch eine Wasserressourcen-Strategie umfasst. Ziel dieser Strategie ist die nachhaltige Verbesserung der Wasserversorgung und der sanitären Bedingungen, besonders auch von sozialen Randgruppen und in benachteiligten Regionen.

WARM beruht auf langjährigen Erfahrungen und kann auf verschiedene Partner zählen: auf lokale NGOs, private Dienstleistungsanbieter und Berater (Ingenieure, Maurer, Latrinenbauer), Behörden auf Distrikt- und Gemeindeebene. Die Einbettung des Projekts in die sozialen und politischen Strukturen sowie die breite Akzeptanz in der Bevölkerung sind wichtige Faktoren für die Nachhaltigkeit.

Eigenleistungen der begünstigten Zielgruppe
Helvetas verfolgt einen ausgeprägt partizipativen Ansatz: Die Selbstorganisation und Eigeninitiative der Begünstigten werden gefördert und die Projektaktivitäten sind an die Bedürfnisse der Begünstigten angepasst. Die begünstigten Zielgruppen sind selber auch Akteure, die aktiv in die Planung und Umsetzung der Wasserprojekte einbezogen sind.

Das Projekt führt die Trinkwasser- und Siedlungshygieneprojekte primär nicht selber durch, sondern unterstützt die Gemeindebehörden bei der Erstellung von Wassernutzungsplänen und bei deren Umsetzung, um so eine möglichst hohe lokale Verankerung und Nachhaltigkeit zu erreichen. Es wird darauf geachtet, dass rund 80% aller Anlagen durch die lokalen Partner realisiert werden, während das Projekt nur bei rund 20% aller Projekte an der direkten Umsetzung mitwirkt. Die Dorfgemeinschaften beteiligen sich mit 20-30% an den Konstruktionskosten.

 

Hier kannst du für das aktuelle Projekt spenden: