Bulungula – eine lange Reise

Teil 1: Sanitäre Einrichtungen an Schulen.

Viva con Agua hat zum ersten Mal ein eigenes Projekt implementiert. Nun war das Team von Viva con Agua Südafrika zu Besuch in Bulungula, um die bisherige Arbeit weiter voranzutreiben.

Autorin: Melanie Wirz, freischaffende Journalistin, aktuell für Viva con Agua ehrenamtlich in Bulungula und der Villa Viva in Kapstadt im Einsatz.

Bild: Andrin Fretz
Bulungula in der Eastern Cape Provinz in Südafrika – ein magisch unberührter Flecken Erde.

Es schaukelt und rüttelt. Zwei Stunden lang. Die Fahrt in eine abgelegene Provinz im südafrikanischen Eastern Cape führt über Schotterpisten, Weiden, Bäche. Vorbei an Kindern, die zur Schule laufen. Frauen, die Körbe auf den Köpfen tragen. Eseln, Kühen, Ziegen, die die Feldwege besetzen. 

Bulungula ist ein magischer Ort. Die Natur ist unberührt grün, die Strände am Indischen Ozean wunderschön und leer. Entlang dem Xhora Fluss spriessen Bäume aus der Erde. Grüne Hügel vereinzelt bestückt mit runden, bunten Hütten aus Lehm und Strohdächern zieren das Dorf. Keine asphaltierte Strassen, keine Strommäste. Nur Solarstrom und Regenwasser. Das Xhosa-Volk lebt hier in intimer, traditioneller Gemeinschaft – hier an der Wild Coast soll vieles so bleiben, wie es ist. Aber nicht alles. 

Wie in vielen ländlichen Regionen Südafrikas haben die Menschen in Bulungula kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser und nur eingeschränkte hygienische Versorgung. Es gibt kein funktionierendes Abwassersystem. Durch die Corona-Pandemie spitzt sich die Lage weiter zu. Eine dritte Welle wird bereits in den nächsten Monaten erwartet, prognostiziert die Ärztin Lynne Wilkinson von der Organisation «Bulungula Incubator» vor Ort. 

Langfristig denken

Gerade deshalb ist unsere Arbeit jetzt so wichtig: Zum ersten Mal hat Viva con Agua ein eigenes Projekt implementiert. Seit November 2020 wurden in der Eastern Cape Provinz Bulungula 25 Toiletten in regionalen Schulen installiert. In den nächsten Monaten folgen weitere. Handwaschanlagen werden errichten, Regenauffanganlagen und Wasserspeicher gebaut oder saniert. 

Das Team von Viva con Agua Südafrika vereint in Bulugula.

«Viva con Agua ist nach Bulungula gekommen, um Wurzeln zu legen und WASH (Water, Sanitation, Hygiene) in die Community einzubetten», sagt VcA-Südafrika-Gründer Ajay Paul. Deshalb ist das Team nun wieder ins Projektgebiet gereist, um sich mit den Projektkoordinatorinnen Sivuyile Tembani und Hombakazi Mercy Nqandeka intensiv auszutauschen und Einblick in die bisherige Arbeit, die Schulen und die Gemeinschaft zu erhalten. Der nächste Schritt einer langen Reise.

Das Bauen von Toiletten alleine reicht nicht

Ziel ist nicht nur, die Leben der Menschen mit Zugang zu Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene zu verbessern, sondern diesbezüglich auch ihre Einstellung zu beeinflussen. Der Bau von Toiletten alleine ist in einer Gemeinde wie Bulungula nicht genug. Das zeigte sich schon, als die Regierung begann, beinahe kommentarlos Toiletten neben die Hütten der Bewohner*innen zu installieren.

Viva con Agua verfolgt einen anderen Ansatz: Die Menschen müssen auch verstehen, weshalb funktionierende sanitäre Einrichtungen notwendig sind, damit das Abwasser nicht verunreinigt wird und die Übertragung von Krankheiten verringert werden kann. «Deshalb sind wir jetzt an dem Punkt, an dem wir das Bewusstsein schärfen und Einstellungen und Praktiken ändern müssen», sagt Ajay Paul. «Und wir müssen herausfinden, was für eine Wirkung wir mit unserer Arbeit erzielen wollen – und wie wir das tun können.» 

In Teil 2 geht es weiter mit dem Kennenlernen von Denkweisen und den Ermittlungen von Bedürfnissen der Menschen in Bulungula.

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